EuroESOPWorkers' Buyout

Employee Ownership – unser Beitrag in „Global Cooperative Economics and Movements“

By 27. April 2026No Comments

Als Co-Autorin haben wir unsere langjährige Praxiserfahrungen zum Thema Employee Ownership – die Beteiligung von Mitarbeitenden am Unternehmen – im gerade erschienenen Band über die globale kooperative Ökonomie eingebracht, aber auch unsere gemeinsame Arbeit am Institut für Unternehmensdemokratie (IfU), das wir 2025 mitgegründet haben.

In dem Artikel geht es um Workers‘ (bzw. Employees‘) Buyout in unterschiedlicher Ausgestaltung als Worker Coop und Employee Stock Ownership Plan (ESOP) in genossenschaftlicher Struktur.

Worker Coops sind in Deutschland kaum bekannt. Anders als z.B. bei Wohnbaugenossenschaften arbeiten die Mitglieder der Genossenschaft im Unternehmen, wie in anderen traditionellen Betrieben. Durch die Unternehmensform eingetragene Genossenschaft (eG) entsteht hier allerdings eine Doppelrolle: Die Mitarbeitenden sind sowohl Arbeitnehmende, da sie im Angestelltenverhältnis arbeiten, als auch Miteigentümer:innen. Durch die Mitgliedschaft in der eG sind sie gemeinsam Co-Owner des Unternehmens mit u.a. gleichen Stimmrechten und damit gleichzeitig auch ihre eigenen Arbeitgeber:innen. Platform Coops eG ist beispielsweise eine Worker Coop. In vielen Ländern sind sie nach wie vor die einzige systematisch regulierte Form des Employee Ownership und weltweit nach wie vor mit deutlichem Abstand die häufigste Form von Unternehmen im Mitarbeitendenbesitz.

ESOP hat sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den angloamerikanischen Ländern mit unterschiedlichen Hintergründen, Zielen und Umsetzungsmethoden entwickelt: der Employee Stock Ownership Plan (ESOP) in den USA und der Employee Ownership Trust (EOT) im Vereinigten Königreich und Kanada. Sie gewähren der Belegschaft aber nicht automatisch eine Mitbestimmung. Es ist das am schnellsten wachsende Modell der Mitarbeitendenbeteiligung.

Der Artikel Old school meets new – Global efforts to promote cooperative principles through modern employee-buyout innovations zeigt die Gründe des Erfolgs, die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen Modellen und Worker Coops, wie eine Mitarbeiterbeteiligung weiter vorangebracht werden kann und neueste Entwicklungen aus Slowenien, den EuroESOP. Das EuroESOP-Modell wollen wir gemeinsam mit dem Institut für Unternehmensdemokratie auch für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden in Deutschland zugänglich machen.

Wir bedanken uns herzlich bei Jerome Warren und unseren Kolleg:innen aus Slowenien für die Zusammenarbeit und den freien Zugang zu unserem Artikel und der gesamten Ausgabe unter https://www.routledge.com/Global-Cooperative-Economics-and-Movements-A-Research-Companion/Warren-Ogunyemi-Guerreschi-Szulc/p/book/9781032875859